Kölner Kulturpreis

Bester Kulturmanager des Jahres“ und „Bestes Kulturereignis des Jahres“
Erster Kölner Kulturpreis an Dr. Andreas Blühm und lit. COLOGNE

Der Kölner Kulturrat hat am 8. Juli 2010 im Kölner Schauspielhaus erstmals den Kölner Kulturpreis verliehen. Ausgezeichnet wurden Dr. Andreas Blühm, Direktor des Wallraf Richartz Museums, als „Bester Kulturmanager des Jahres 2009“ und das internationale Literaturfest lit.COLOGNE als „Bestes Kulturereignis des Jahres 2009“.

Die Jury würdigte Dr. Andreas Blühm als „Besten Kulturmanager“ für seine künstlerischen Erfolge, seine Bedeutung für die Kölner Kultur sowie seine besonderen Management-Fähigkeiten, mit denen er das Wallraf Richartz wieder zu einer der ersten Adressen unter den deutschen Kunstmuseen gemacht habe. „Dr. Blühm hat in den bisher fünf Jahren seiner Tätigkeit als Direktor des Wallraf Richartz Museums sehr erfolgreich gearbeitet. Sein Ziel, die Besucherzahlen signifikant zu erhöhen, hat er eindrucksvoll erreicht“, so Dr. Gerhart Baum, Sprecher der Jury und Vorstand des Kulturrats NRW.

Das Literaturfest lit.COLOGNE wurde als „Bestes Kulturereignis“ des Jahres im Rahmen der im Juni durchgeführten Bevölkerungsumfrage zum „Kölner Kulturindex“ ermittelt. Die befragten Kölner konnten aus einer Liste von zehn Ereignissen das beste des Jahres 2009 auswählen. Die Vorauswahl der Ereignisse erfolgte durch die Jury des Kölner Kulturpreises. Wichtige Kriterien für die Nennung waren die inhaltlich-künstlerische Konzeption sowie die Akzeptanz beim Publikum. Knapp hinter dem Sieger platzierten sich die Kunstmesse Art Cologne sowie das Bürgerbegehren zum Erhalt des Schauspielhauses. Der Preis für das „Beste Kulturereignis das Jahres“ ist mit einem Preisgeld von 5.000 € ausgestattet, das vom Generali Zukunftsfonds für die nächste lit.COLOGNE gestiftet wird.

„In der Diskussion um Schauspielhaus, Archiv und Kulturhaushalt ist die hohe Güte der Kölner Kultur in den Hintergrund geraten. Mit dem Kölner Kulturpreis wollen wir exzellente Leistungen und Angebote der Kölner Kultur auszeichnen“, erläutert der Sprecher des Kulturrats, Dr. Peter Bach, die Gründe für die Auslobung der Preise. Nach dem Willen der Stifter soll der Kölner Kulturpreis zukünftig jährlich verliehen werden.

Pressemeldung: Erhalt der Theatervielfalt

Der Kölner Kulturrat fordert:
Mehr Transparenz und kreative Lösungen zum Erhalt der Theater der freien Szene
„Ein Theater, das geschlossen wird, wird nie wieder eröffnet“. Diese Konsequenz droht einigen Bühnen der freien Szene, falls sich der Rat der Stadt Köln der Empfehlung des Kölner Theaterbeirats anschließen sollte. Dieser hatte sich gegen die Fortsetzung der Konzeptionsförderung 2011-2014 für das Artheater und das Theater der Keller ausgesprochen.
Der Kölner Kulturrat fordert Transparenz, nach welchen Kriterien die Potentiale der Theater der freien Szene beurteilt werden. Er hält eine offene Aussprache zwischen Kulturverwaltung, Politik und Vertretern der betroffenen Theater für dringend erforderlich, damit nach Wegen für die Rettung dieser Häuser gesucht werden kann. Allein beim Theater der Keller, dem ältesten Haus (über 50 Jahre) mit 17.000 bis 20.000 Besuchern im Jahr, würden ca. 90 Personen ihre Arbeit verlieren, weil daran noch die private Schauspielschule angeschlossen ist, die zahlreiche renommierte Künstler hervorgebracht hat. Das Artheater (20 Jahre alt) hat sich auf internationale Gastspiele und Residenzaufführungen professioneller Kölner Ensembles spezialisiert.

Der Kölner Kulturrat fordert auf der Grundlage des Theaterförderkonzeptes eine sofortige Anhebung der Mittel für die Konzeptionsförderung um mindestens 300.000 EURO p.a., um zusätzliche Häuser in die Förderung einzubeziehen und die Vielfalt der freien Theaterszene zu erhalten.

Der OB und viele Politiker der Parteien haben sich am 19. Januar 2010 eindeutig gegen die Schließung von Theatern ausgesprochen. Sie müssen jetzt handeln. Die betroffenen Häuser können nicht mehr bis zur Verabschiedung des Doppelthaushaltes 2010/11 im Herbst warten. Denn wegen der Vorlaufzeiten können die Inszenierungen für die nächste Spielzeit dann nicht mehr wirtschaftlich umgesetzt werden.

Der Kulturrat fordert mittelfristig ein bundesweit vergleichbares und angemessenes Förderungsniveau in der freien Theaterszene. Sonst ist das Aus vieler Bühnen langfristig vorprogrammiert.

Köln, den 30. April 2010

Die Mitglieder des Leitungsausschusses „Kölner Kulturrat“
Dr. Peter Bach
Gerhart R. Baum
Henrik R. Hanstein
Dr. Hermann H. Hollmann
Dietmar Kobboldt
Christian Nagel
Dr. Wolfram Nolte
Jürgen Th. Weghmann
Olaf Wegner

Pressemitteilung: NRW ohne Staatsphilharmonie

Landesregierung konterkariert ihre eigene kulturpolitische Profilinitiative

In diesen Tagen hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen den Vorschlag einer von ihr einberufenen Expertenkommission, das Gürzenich-Orchester als Staatsphilharmonie Nordrhein-Westfalen auszuzeichnen, abgelehnt. Das Entscheidungsverfahren ist unlogisch, inkorrekt und stellt sich als populistisches Manöver kurz vor der Landtagswahl dar.

Zur Erinnerung: die Landesregierung hatte entschieden, ihren im Vergleich zu anderen Bundesländern kümmerlichen Kulturetat von 70 Mio. € im Jahre 2005 auf 140 Mio. € im Jahre 2010 zu verdoppeln.

Der Ministerpräsident hatte damit das hehre Ziel ausgegeben, dass die Kultur unseres Landes „mit ihrer großen kulturellen Kraft national und international noch bekannter“ werde. Zu diesem Zweck setzte er eine unabhängige Kommission von Experten außerhalb von Nordrhein-Westfalen ein, deren Ergebnis er ausdrücklich begrüßte. Dort heißt es: „Für Nordrhein-Westfalen ist es unabdingbar, mindestens über ein Orchester zu verfügen, welches im nationalen und internationalen Vergleich bestehen kann und als Kulturbotschafter in Deutschland und in der Welt eingesetzt werden kann. Das Gürzenich-Orchester erfüllt die hierfür notwendigen Voraussetzungen als einziges Orchester des Landes bereits jetzt im hohen Maße. Mit den zusätzlichen Mitteln sollte es auch hinsichtlich der Gehälter der Musiker an vergleichbare Orchester herangeführt werden, um in der Konkurrenz um gute, junge Künstler bestehen zu können.“

Neben den zusätzlichen Mitteln hätte der Titel der Staatsphilharmonie aus Sicht des Gürzenich-Orchesters den großen Vorteil, für Sponsoren noch attraktiver und für NRW eine erstklassige Marke zu sein. Bereits heute ist das Orchester international anerkannter Musikbotschafter der Stadt Köln; so spielt es mit der Kölner Oper den erfolgreichen Ring während der Weltausstellung in Shanghai im September und die Neuinszenierung des Don Giovanni in Peking.

Die Entscheidung der Landesregierung ist kulturstrategisch für das Land ein großer Schritt zurück, gleichzeitig ein Schlag ins Gesicht der Kölner Kulturinteressen. Offensichtlich versucht Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff, all die Städte in Nordrhein-Westfalen zu besänftigen, die nach der Entscheidung der Kommission glaubten, mit ihren Klangkörpern in der Liga des Gürzenich-Orchester zu spielen. Es ist ein unsinniges Verfahren, zuerst eine Expertenkommission zu berufen, deren Ergebnisse medial zu loben und dann das professionelle Votum auf dem Altar vermeintlicher Wählergunst zu opfern. Noch schwerer wiegt, dass Grosse-Brockhoff stattdessen dem Mahler Chamber Orchestra eine Residenz in Nordrhein-Westfalen mit Mitteln des Landes bauen will. Dieser Klangkörper ist ohne jeden Zweifel hervorragend, aber kein Sinfonieorchester, hat keine Wurzeln in Nordrhein-Westfalen und stand dementsprechend nicht auf der Expertenliste.

Auch ein anderes Projekt konterkariert die ursprüngliche Profilinitiative:
Bekanntlich stiften drei große Unternehmen in Bonn den Bau eines neuen Beethoven-Festspielhauses. Dem Jubel über diese Generosität stehen aber erhebliche Unterhaltskosten entgegen, die unter anderem von der Landesregierung übernommen werden. Dies bei einem Projekt, das kulturpolitisch angesichts der nur 20 Km entfernten Kölner Philharmonie völlig überflüssig ist und zwangsläufig mit ihr in einen Kannibalisierungswettbewerb treten muss.

Das Ganze ist eine kulturpolitische Bankrott-Erklärung der Landesregierung.

Köln, den 22. März 2010

Die Mitglieder des Leitungsausschusses „Kölner Kulturrat“

Dr. Peter Bach
Gerhart R. Baum
Henrik R. Hanstein
Dr. Hermann H. Hollmann
Dietmar Kobboldt
Christian Nagel
Dr. Wolfram Nolte
Jürgen Th. Weghmann
Olaf Wegner

Pressemitteilung; Stadtarchiv: Kölner Kulturrat fordert verstärkte nationale Initiative des Ministerpräsidenten

Der Kölner Kulturrat fordert entsprechend einer Entschließung des Deutschen Bundestages eine vereinte nationale Anstrengung zur Wiederherstellung des vor einem Jahr zusammengebrochenen Kölner Stadt-Archivs.

Das bedeutendste reichsstädtische Archiv ist Opfer der Lässigkeit der Kölner Verkehrsbetriebe, Baufirmen und Aufsichtsbehörden, die zu Fahrlässigkeit überging und nun in kollektive Verantwortungslosigkeit zu münden scheint.

Das „Gedächtnis“ der ehemals freien Reichs- und Handelsstadt Cöln hat abendländische Bedeutung. Nachdem der ehemalige Oberbürgermeister ehrenhaft die Konsequenzen gezogen hat, erwarten wir, dass sich der Ministerpräsident und Kultusminister von NRW Dr. Jürgen Rüttgers an die Spitze einer Hilfsbewegung stellt und den Bundespräsidenten um seine Schirmherrschaft bittet; der Schaden in Köln ist größer als in Weimar und entsprechend sollte Deutschland Köln beim Wiederherstellungsprogramm unterstützen.

Köln, den 8. März 2010

Die Mitglieder des Leitungsausschusses „Kölner Kulturrat“

Dr. Peter Bach
Gerhart R. Baum
Henrik R. Hanstein
Dr. Hermann H. Hollmann
Dietmar Kobboldt
Christian Nagel
Dr. Wolfram Nolte
Jürgen Th. Weghmann
Olaf Wegner

Kölner Kulturindex

Wieviel Kultur braucht Köln? Welche Projekte sollen zukünftig im Fokus der Kölner Kultur stehen? Welche Persönlichkeiten haben sich in den letzten Monaten um die Kölner Kultur verdient gemacht? Diese und weitere Fragen beantwortet der Kölner Kulturindex. Der Kölner Kulturindex bildet die kulturpolitische Stimmung in der Stadt ab.

Kölner Kulturrat zum Kulturentwicklungsplan für Köln

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